Sharing Heritage 2018 / Von Hamburg nach Majdanek

Lise - Meitner - Gymnasium Hamburg

Von Hamburg nach Majdanek

Zum Leitthema Erinnerung und Aufbruch haben Schüler/innen der 10. Klasse des Lise–Meitner-Gymnasiums in Hamburg Osdorf eine Reise von Hamburg zu den Gedenkstätten Majdanek und  Belzec in Polen unternommen. Historisches Erinnern steht im Mittelpunkt dieses Projekts. im Januar 18 begann bereits der Unterricht mit dem Thema der „Stationen von der Ausgrenzung bis zur Vernichtung“ und beinhaltete eine Exkursion zur Gedenkstätte der früheren „Israelitischen Töchterschule“ hier in Hamburg. Außerdem gab es einen Foto- und Film-Workshop für die teilnehmenden Schüler/innen. In Vorbereitung zu dieser Reise erarbeitete ihre Lehrerin Susanne Ehlers mit den 20 jungen Schüler/innen inhaltliche Grundlagen zum Nationsozialismus und zur Shoah, des Völkermords an den Juden und Naziverfolgten während des Zweiten Weltkriegs.

Dieses Projekt zur „Täterschaft“ der im Krieg eingesetzten Polizeibataillone, hat einen Hamburgbezug und soll wie eine Brücke aus der Vergangenheit in die Gegenwart und Zukunft wirken. Die Schüler/innen sollen mit Hilfe dieser Arbeit zur mündigen Teilhabe an der Geschichtskultur ermutigt werden und so ihre politische Urteils-und Handlungsfähigkeit in der eigenen Lebenswelt entwickeln können.  Die Erstellung eines dokumentarischen Films auf der Grundlage unterschiedlicher Aufnahmen von alten und selbstgemachten Fotos, auch Archivmaterialien ist die Aufgabe.
In Interviews mit den Schüler/innen wurden die unterschiedlichen Momente der Begegnung mit den Gedenk-und Erinnerungsorten festgehalten, ebenso wurden Einblicke in die polnische Erinnerungskultur dokumentiert.

Was waren und sind Belzec und Majdanek für uns heute und in Zukunft? Museum, Friedhof, Gedenkstätte, Bildungsstätte?
Belzec – heute ein fast spurenloser Ort aber damals einer der Zentralen Vernichtungsorte im Rahmen der „Aktion Reinhardt“ im sogenannten Generalgouvernement. Es ist einer der Tatorte der dort eingesetzten Polizeibataillone, auch des Hamburger Bataillons 101. Sie beteiligten sich auf Befehl an allen ihnen aufgetragenen Aufgaben der verbrecherischen Besatzungspolitik in den eroberten Gebieten. Hierzu gehören insbesondere die Deportationen, reichen aber bis zu Massenerschießungen. Ebenso ist die Rolle und Beteiligung dieses Batallions im Rahmen der „Aktion Erntefest“ am 3./4. November 1943 in Majdanek eine der vielen Fragen zur Geschichte, die bei der Begegnung der Schüler/innen an den historischen Orten (Belzec, Majdannek) u.a. durch das Archivmaterial der Häftlingsberichte untersucht wurde.

Es sind Fragen zur Rechtsstaatlichkeit, den Grundrechten und der Zivilcourage, die immer wieder beleuchtet wurden: Was bedeutet es selbstverantwortlich zu handeln? Und wie gehen wir mit anderen um? Welche Handlungsmöglichkeiten hatten die Polizisten? Biographische Beispiele wie die von Leutnant Buhmann und Julius Wohlauf, dem stellvertretenden Bataillonskommandeur der Ordnungspolizei im Bezirk Lublin sind erarbeitet worden.

Vom historischen Erinnern den Blick in die Zukunft nehmend, haben die SUS   die Bedeutung der Shoa und der NS-Verbrechen für die europäische, nationale Identität skizziert . Es sind drei der entstandenen Filme mit dem BERTINI Preis 2018 ausgezeichnet.

Die Präsentation der Reise und der Filme  findet in einer Abendveranstaltung in der Schule statt.

Am 24.April  2019 / im Lise-Meitner-Forum des Gymnasiums im Knabenweg 3, in Hamburg-Osdorf

Eine Zusammenarbeit von:
Lise-Meitner-Gymnasium / Susanne Ehlers
Gisela Floto / flotofoto